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Seit vielen Monaten nun nimmt uns Sarah vom Knusperstübchen mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise, die sich natürlich sofort zu einer kulinarischen Weltreise gemausert hat. Kaum eine Region, die noch nicht bereist wurde! Zuletzt waren wir mit Miss Gliss auf den Seychellen und mit Essperiment in Mexiko.

Mich plagt ja immer das Fernweh, deshalb versuchen wir sooft es geht, zumindest auf dem Teller zu verreisen und in fremde Kulturen einzutauchen. Daher spricht mir die kulinarische Entdeckungsreise mehr als aus der Seele! Es gibt ja noch so viel zu entdecken!

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Ich freue mich sehr, Euch heute mit nach Korea zu nehmen, nach Südkorea genauergesagt!
Dorthin hat es mich vor mittlerweile schon neun Jahren im Rahmen des Studiums verschlagen. Vier Monate lang haben eine Freundin und ich fast den gesamten Winter in und um Seoul verbracht. Zum Schluss gab´s noch einen Roadtrip mit dem Mann durchs ganze Land. Viel Zeit also, um uns mit Land, Leuten und Essen vertraut zu machen.

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Die koreanische Küche ist vielseitig und überhaupt nicht mit der der angrenzenden Länder zu vergleichen. Im Winter, der dem Winter hierzulande sehr ähnlich ist, wenn auch deutlich trockener, gibt es heiße Suppen und Eintöpfe in dicken Steingut-Töpfen. Im Sommer, der heiß und tropisch ist, gibt es häufig kalte Gerichte, auch gerne mal als kalten Suppen mit Eiswürfeln. Immer dabei sind aber kleine Beilagen, die sogenannten Banchan. In kleinen Schüsselchen gibt es meist Kimchi

[klick] und eingelegten Rettich. Zwischen drei und zwanzig verschiedenen Kleinigkeiten gibt es je nach Restaurant alles.

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Heute gibt es bei mir DAS koreanische „Basic“-Essen: Kimbap oder Gimbap. Man könnte sagen, der Kimbap ist den Koreanern das, was den Deutschen das belegte Brötchen ist. Kimbab ist in Korea allgegenwärtig: sie werden als Streetfood verkauft, in der Kühltheke der 7/11-Supermärkte, sogar ganze Schnellrestaurant-Ketten haben sich dem Kimbap verschrieben. Kimbap passt eben immer: als Snack, als Lunch aus der passenden Lunchbox, beim Picknick, als Kateressen…

Die Rollen werden zwar gerne als koreanisches Sushi bezeichnet, aber ich finde, das trifft die Sache nicht ganz.
Kim bedeutet Algenblatt, Bap bedeutet Reis. Der Rest ist Auslegungssache 🙂 Man kann also die unterschiedlichsten Zutaten in einen Kimbap rollen, der Fanatasie sind da keine Grenzen gesetzt. Fleisch oder Fisch kann sein, muss aber nicht. Am besten sieht es aus, wenn die Zutaten auch einen farblichen Kontrast bilden.

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Ich habe heute eine ganz klassische Variante des Kimbap gemacht: neben Karotte und Omelette gehören eingelegter Rettich und Klettenwurzel (burdock root) mit dazu. Häufig wird auch Spinat oder Gurke verwendet. Ich hatte aber noch grünen Spargel da, deshalb hat dieser heute Verwendung gefunden. Wer Rettich und Klettenwurzel nicht bekommt, kann beides natürlich ohne Probleme ersetzen. Fünf verschiedene Zutaten sind jedenfalls eine gute Hausnummer.

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Vegetarische Kimbap / Kimbap | 야채 김밥
(original koreanisches Rezept, leicht saisonal adaptiert)

für 4 Kimbap

4 Noriblätter
200g Sushireis, nach Packungsanleitung gekocht
2 TL koreanisches Sesamöl (aus geröstetem Sesam)
2 TL Reisessig
1 TL Agavendicksaft
1/4 TL Salz

Karotten, julienniert
grüner Spargel, halbiert
eingelegter koreanischer Rettich,vorgeschnitten in Streifen (aus dem Asialaden)
eingelegte Schwarzwurzel, vorgeschnitten in Streifen (aus dem Asialaden)
3 Eier
Salz
Pfeffer

 

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Zuerst den Sushi-Reis nach Packungsangabe kochen und fast vollständig abkühlen lassen.
Dann mit Sesamöl, Reisessig, Agavendicksaft und Salz vorsichtig verrühren. Abschmecken.

Die Karotten-Juliennes in Salzwasser einige Minuten lang blanchieren. Dann herausnehmen, abtropfen lassen und beiseitestellen.
Den Spargel ebenfalls bissfest blanchieren und beiseitestellen.
Die Eier verquirlen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In einer beschichteten, leicht geölten Pfanne ein Omlette braten, herausnehmen, in Streifen schneiden und ebenfalls beiseite stellen.
Den Rettich und die Schwarzwurzelstreifen bereitstellen.

Auf ein Bambusmatte (geht auch ohne, habe ich mir sagen lassen) ein Noriblatt legen. Darauf ca. 140g Reis geben und den Reis auf dem Algenblatt mit einem Löffel verteilen. Dabei 1/4 der abgewandten Seite des Noriblattes aussparen.
Nacheinander die Füllungszutaten auf den Reis geben. Dabei versuchen, alles soweit möglich zu stapeln. Dann die Rolle von einem weg langsam aufrollen. Darauf achten, dass die Rolle möglichst fest gerollt wird.

Mit einem scharfen Messer die Rollen in ca. 1cm dicke Stücke schneiden. Dabei das Messer zwischendurch immer wieder mit einem Tuch mit heißem Wasser oder etwas Öl abwischen. Sofort servieren oder in eine Lunchbox packen.

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Ich hoffe, Euch hat der heutige Ausflug nach Korea gefallen und ihr habt Lust bekommen, auch mal in die koreanische Küche einzutauchen. Koreanische Restaurant sind hierzulande immer noch deutlich unterrepräsentiert, aber es tut sich was. Ansonsten hilft eben immer noch: selber machen!

Guten Appetit wünscht

Diana

 

PS. Hier gibt es übrigens noch mehr koreanische Rezepte von mir [klick]. Und den (leider gerade nicht aktiven) Blog von Missboulette, der sich fast ausschließlich dem koreanischen Essen widmet, möchte ich Euch auch noch ans Herz legen.