Bis sich Trends und Neuigkeiten nach Köln durchsprechen, dauert es für gewöhnlich sehr lange. Insbesondere beim Thema Eis finde ich das sehr bedauerlich. In Städten wie Berlin oder Hamburg gibt es seit Jahren ein Eis-Angebot, das sich sehen lassen kann. Moderne Eisdielen, die ihr Eis in Handarbeit herstellen (eine Seltenheit heutzutage!), die nicht immer nur die gleichen Sorten anbieten, die überall gleich künstlich schmecken. Saisonale Rezepte, Sorbets, von konventionell über Bio bis Vegan.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich ertrage diese altbackenen Eisdielen nicht mehr, die alle Venetia heißen. Bei einer Eidiele erwarte ich Handwerkskunst und nicht gekaufte Geschmackszusammenstellungen mit 1 Million Zusätze drin. Und ich erwarte mehr als Vanille, Schokolade und Haselnuss.
Seit Jahren trage ich mich (ein bisschen ernsthaft) mit dem Gedanken, einen Eisladen aufzumachen. Nicht, weil ich mich unbedingt selbständig machen müsste. Sondern einfach aus der Not heraus. Ich bin überzeugt davon, dass ein modernes Eisdielen-Konzept auch in Köln benötigt wird.
Ein Artikel im Kölner Stadtanzeiger

[klick] zeigt, dass sich der Bedarf langsam nach Köln rumspricht. Zwei relativ neue Eismacher gibt es in Köln: Die Eisdiele „Gea“ in der Südstadt und die „Bar Schmitz“ neben der „Metzgerei Schmitz“ auf der Aachener Straße. (Und wo bleibt Nippes?)
Traurig aber wahr, dass ich das erst durch den Statdtanzeiger erfahren habe…
Getestet habe ich nun zuerst das Eis der Bar Schmitz: eigene Herstellung im Keller, viele Sorbets, interessante Sorten wie Birne-Marzipan, Mohn oder Caramel mit Fleur de Sel. Die Kugel für stolze 1,30€.
Bei mir reichte es nur für eine Kugel Schokoladen-Sorbet. Aber was für ein Sorbet! Ohne Sahne, Eier oder Milch, aber kein bisschen wässrig, sondern „rich and creamy“.
Mental note: Unbedingt häufiger auf die Aachener Straße gehen, am besten alleine – denn ein Familienausflug zur Bar Schmitz sprengt schnell den Geldbeutel.
Wenn auch die Familie mal in den Genuss dieses Sorbets kommen soll, lässt sich ein Liter für ca. 2€ ganz schnell selbst herstellen. Geschmacklich mindestens genauso gut!

Schokoladen-Sorbet1

Schokoladen-Sorbet

(aus „The Perfect Scoop“ von David Lebovitz)

560ml Wasser
200g Zucker
75g Kakaopulver (gutes!)
1 Prise Salz
175g Lieblings-Zartbitterschokolade (z.B. 70%)
1/2 TL Vanille-Extrakt [klick]

In einem großen Topf 380ml Wasser mit Zucker, Kakaopulver und Prise Salz aufkochen, dabei regelmäßig umrühren. Dann für knapp eine Minute sprudelnd kochen lassen, dabei ständig umrühren.
Von der Herdplatte nehmen und die in Stücke gebrochene Schokolade dazugeben. Fünf Minuten stehen lassen, umrühren, die restlichen 180ml Wasser dazugeben und 15 Sekunden im Standmixer mixen.
Abkühlen lassen, dann einige Stunden in den Kühlschrank stellen, am besten über Nacht. (Dafür habe ich selten Zeit…)

Nach Herstellerangaben in der Eismaschine gefrieren, in eine Plasikbox umfüllen und im Gefrierschrank noch etwas nachhärten lassen.